Bischmisheim ist auf der Höh
nur eine Trennlinie

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08.03.22 - Der ganz andere Rosenmontags-Umzug

Vieles ist anders seit Corona und erst recht seit dem Krieg Putins gegen die Ukraine. Viele Karnevalstreffen und -Umzüge mussten abgesagt werden oder wurden von den Veranstaltern mit Rücksicht auf das Morden in der Ukraine abgesagt. Zusammen mit Umwelt- und Heimatminister Reinhold Jost (SPD) hatte die SPD-Bischmisheim zu einem besonderen Spaziergang in und um Bischmisheim eingeladen - und das für den Nachmittag von Rosenmontag. Kein Spaziergang, wie ihn Querdenker sowie Brüder und Schwestern, die mit ihnen nur eine (irrige) Meinung vertreten, seit einiger Zeit veranstalten, sondern ein friedlicher und informativer Rundgang mit der Möglichkeit des Austauschs mit dem Minister und seinem engsten Umfeld (Ehefrau, Persönliche Referentin usw.). Und der Möglichkeit dem hohen Besuch zu zeigen, wo die Bischmisser der Schuh drückt. Und davon machten u.a. Marlene Nemenich (Saarwaldverein), Obst- und Gartenbauverein und der Vorstand des Kulturrings reichlich Gebrauch. Dass Esther Lipka, Christine van Hoof, Dirk Schwindt & Co vom hiesigen Ortsverein mit dem Wettergott im Bunde waren, kam für die knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begünstigend hinzu.

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Start im Kriegergäärtsche
Treffpunkt war unser Kriegergäärtsche, das vor einigen Wochen von Wildschweinen heimgesucht und heftig verwüstet worden war. Der kleine idyllische Park auf dem Steinacker scheint sich langsam zu erholen. Was tun, um künftige Angriffe abwehren zu können? Für den Minister keine einfache Antwort. Den Park einzuzäunen, und zwar so, dass den Wildschweinen der Zugang verwehrt würde, wäre nur mit hohem Aufwand machbar: dichter meterlanger Drahtzaun, im Boden verankerte Pfosten usw. Den Wildschweinbestand reduzieren, daran werde mit den Jägern gearbeitet. Es bliebe, so Jost, gerade bei der in der Bevölkerung sehr beliebten Bebauung im Grünen und nahe von Wäldern immer ein Problem. Der Hinweis des Kulturring-Vorsitzenden mit unserem Bezirksbürgermeister Daniel Bollig (CDU) wegen der Verwüstungen im Kontakt zu sein, nahm Jost gerne auf. Und empfahl nachzuhaken und sich je nach dem wieder bei ihm zu melden, um zu prüfen, wie er Abhilfe schaffen kann über die genannten Maßnahmen hinaus.

Projekt „Bischmisse sellemols“
Nach der offiziellen Begrüßung durch Esther Lipka erläuterte der Minister kurz das Motiv der Aktion „Mit’em Joscht uff da Schnärr“. Er mache z.Zt. viele solcher Wanderungen, um sich die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger vor Ort und in ungezwungener Atmosphäre anzuhören. Und so erwies sich Jost einmal mehr als kontaktfreudiger Politiker. Der zudem deutliche Worte zum von Putin angezettelten Krieg in der Ukraine fand: „Vor dem Recht des Stärkeren steht die Stärke des Rechts!“
Auf dem Weg zur zweiten Station zeigte Rolf-Dieter Ganz dem Minister den vorgesehenen Platz für die erste der vorerst drei Stelen des Projekts „Bischmisse sellemols - unser Dorf in historischen Bildern“ gegenüber Bürgerhof/Matze. „Steht die Finanzierung oder kann ich helfen im Rahmen des entsprechenden Topfes für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums?“ Der Kulturring-Vorsitzende notierte sich die Bereitschaft. Auch wenn es um die Neuauflage einer Dorfbroschüre ginge. (Derzeit sammeln wir weiter Fotos aus Bischmisheims Vergangenheit; Interessenten bitte beim Kulturring melden.)

Nächster Halt Obst- und Gartenbauverein
Weiter spazierte die Gruppe zum Gebäudekomplex des Obst- und Gartenbauvereins. Hier konnte er sich vom Fortgang der Um- und Einbaumaßnahmen zwecks Einrichtung der Brennerei überzeugen. Der Stolz des Vereins, die Arbeiten ausschließlich mit freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie mit einigen Spenden durchzuführen, war unüberhörbar. Auch hier versprach Minister Jost Hilfe und verteilte zusammen mit seiner Referentin Samira Scheibner fleißig Visitenkärtchen, um sich direkt an ihn oder sein Büro wenden zu können. Das muntere Miteinander wurde mit Appelsaft oder einem Schnäpschen aus eigener Herstellung besiegelt.

Minister Jost rettet herumirrendes Schaf
Fortsetzung durch die Hochstraße bis kurz vor der Brücke über die Autobahn. Doch ein unfreiwilliger Stop bremste die Gesellschaft unmittelbar vor dem Abzweig zur Otto-Hahn-Straße aus. Auf dem landwirtschaftlichen Nutzweg vor Hausnummer 79 lief ein junges Schaf aufgeregt hin und her. Offensichtlich auf der verzweifelten Suche nach dem Eingang. Als Mann der Tat übernahm Jost die Rettung höchstpersönlich - unterstütz von Werner Schwindt, Eigentümer der Schafherde zusammen mit seinem Sohn. Jost holte das sich verschreckt weiter zurückziehende Schaf ein, nahm es auf den Arm und brachte es auf dem inzwischen von Werner geöffneten Gatter in die Obhut der Familie zurück. Dank und Beifall waren Jost in diesem Moment sicher. Jost hier ganz konkret in seiner Rolle als Retter der Umwelt!

Endstation Terrasse Gasthaus zur Linde

Finale im Bereich des Oberdorfs, wo Dirk auf der Terrasse des Gasthauses zur Linde bereits  den Grill vorbereitet hatte. Den Job des Grillmeisters übernahm Reinhold Jost, inzwischen mit einer Schürze der SPD Bischmisheim zünftig gekleidet. Später kam noch Ex-MInister und SPD-Fraktionschef im Landtag, Ulrich Commercon, von der Schafbrücke auf die Höh’ dazu. Er ließ sich wie alle anderen die leckeren (Schwindt-)Würste rot oder weiß schmecken. Linde-Chef Michael Diener assistierte, wo er benötigt wurde. Eine überaus harmonischer Ausklang bei immer noch strahlendem Sonnenschein. Mit Hilfe von Werner Johann erhielten die auswärtigen Gäste zur Erinnerung unseren Bischmisheim-Kalender. Minister Jost bedankte sich bei seinen Genossinnen und Genossen und bei der sonstigen Wandergesellschaft. Und erinnerte uns zum Abschied an seine Zusagen mit den Worten: „Denkt daran, Euch mit Euren Anliegen bei mir zu melden…“

rdg.