Bischmisheim ist auf der Höh
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10.09.19 - Bischmisheim ist einen Rundgang wert

Bischmisheim ist einen Rundgang wert

Dieser mehr als zweistündige Rundgang hätte eine größere Beteiligung verdient gehabt. Werner Karg, der langjährige Leiter der Bischmisheimer Geschichtswerkstatt, hatte mich zu diesem spannenden und lehrreichen Marsch quer durch’s Dorf in Kooperation mit „Geografie ohne Grenzen“ eingeladen. Am ersten September-Sonntag hatten sich außer mir nur eine Handvoll Teilnehmer vor Matze eingefunden. Aus Bischmisheimer Sicht war das ehemalige Mitglied der Geschichtswerkstatt, Horst Zelt, dabei. Und Werner Johann, der möglicherweise die Idee dieser geschichtsträchtigen Wanderung in Vertretung und Nachfolge von Werner Karg aufgreifen und wiederbeleben wird. Gegenüber diesem wandelnden Geschichtslexikon Werner Karg muss er nach eigenem Bekunden jedoch noch einiges an Wissen aufholen. Verdienstvoll wäre die Wiederbelebung dieser Rundgänge auf jeden Fall.

Von Matze ging es zunächst Richtung Steinacker. Schon hier gibt es soviel zu erzählen, dass die eingeplante Zeit nicht für alle „Dönkes“, Erklärungen und Hintergründe ausgereicht hätte, die Werner Karg zu erzählen wusste. Die Ausblicke - z.B. auf den Eschberg, die Brebacher „Berge“, Fechingen, die fernen Täler und Höhen - , die Erläuterungen zu den Westwall-Befestigungen (Bunker etc.), die ehemaligen Kalkgruben - das Alles war echt spannend. Weiter ging es entlang der früheren Höckerlinie, über die wir im Geschichtsstammtisch dank Patrik Frank schon viel erfahren hatten. Eine weiteren Stopp gab es oberhalb des Friedhofes mit Blick auf die Autobahn, die die Gemarkung durchschneidet, was man von hier besonders gut sehen kann. Hinter uns Bunkerreste vor uns die moderne Verkehrsader. Durch die Gartenstraße weiter zur Ölmühle, deren Geschichte und Funktion uns Werner Karg besonders plastisch schilderte, war er doch schon früh in die Restaurierung und Instandsetzung einbezogen. Neben diesem vorindustriellen Gebäude gleich zum nächsten Höhepunkt, der bald 200 Jahre alten Schinkelkirche im Unterdorf. Auch hierfür nahm sich Karg viel Zeit, um seinen Zuhörern die Geschichte und die besondere Bedeutung dieses Bauwerks zu erläutern. Schließlich wanderten wir auf dem historischen Weg weiter ins Oberdorf mit Bornshübel und Gasthaus zur Linde. Wenige Gebäude bzw. Steine erinnern noch an die frühere Bebauung dieses uralten Ortskerns. Unweit vom Spielplatz beendete Werner Karg den informativen und kurzweiligen Rundgang. Die Zeit war wie im Flug vergangen - ein Verdienst des scheinbar unerschöpflich sprudelnden Wissensquells unseres Führers durch viele Jahrhunderte unseres Dorfes am Rande und als Stadtteil der Großstadt Saarbrücken. Wie gesagt, eine Wiederholung bzw. Fortsetzung wäre wünschenswert. Auch die Männer von „Geografie ohne Grenzen“ zeigten sich beeindruckt.

[rdg]